|










| |
Nasenpiercing
|
Der Nasenstecker gehört neben dem fast schon
traditionel- len Ohrring zu den am längsten bei uns verbreiteten Piercings.
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, die Nase zu piercen: Zum einen den
Nasenflügel im Bereich der Wölbung (höher darf das Piercing nicht gesetzt
werden, da bei einer eventuellen Entzündung der Trigeminus-Gesichtsnerv in
Mitleidenschaft gezogen werden kann), zum anderen die Nasenscheidewand,
das sog. Septum. An dieser Stelle soll nun das gebräuchlichere Piercing
durch die Nasenflügel beschrieben werden.
Verheerend ist die Tatsache, daß selbst Ende der 90er Jahre der Großteil
der Nasenstecker immer noch unprofessionell mit der sogenannten
Ohrlochpistole geschossen wird. Diese Pistole birgt drei sehr große
Nachteile, wobei an allererster Stelle auf die mögliche Übertragung von
Krankheiten wie Hepatitis C
|
|
hingewiesen werden muß. Übertragungen von
Hepatitis B durch den Gebrauch von Ohrlochpistolen wurden bereits in den
70er Jahren nachgewiesen. Die Übertragungen sind darauf zurückzuführen,
daß eine Ohrlochpistole nicht sterilisiert werden kann. Es sollte auch
nicht unerwähnt bleiben, daß es gegen Hepatitis C im Gegensatz zu
Hepatitis A und B nach wie vor keinen Impfschutz gibt. Ca. 1% der
deutschen Bevölkerung ist mit diesem Virus infiziert, das eine chronische
Erkrankung, Leberzirrhose sowie Leberkrebs auslösen kann.
Der zweite Grund, weshalb man vom Gebrauch der Ohrlochpistole an der Nase
absehen sollte, liegt darin, daß dieses Gerät eigentlich dafür entwickelt
wurde, relativ weiche Kuhohren zwecks Kennzeichnung zu durchstanzen. So
ist die Maschine meist kräftig genug, um Ohrläppchen zu durchstechen, am
härteren Gewebe der Nase...
|
|
...kann sie jedoch hängen bleiben, worauf das
Gerät unter Umständen sogar im Krankenhaus von der Nase entfernt werden
muß. Es ist auch der Fall einer gebrochenen Nase bekannt.
Kommt der Bolzen tatsächlich durch das Gewebe durch, wird das zermatschte
Gewebematerial an die Seiten des ausgefransten Stichkanals gequetscht und
bildet dort einen optimalen Nährboden für Entzündungen und den Grundstock
für unangenehme Verknorpelungen.
Der dritte Punkt, der gegen den Gebrauch der Ohrlochpistole spricht, ist
der ungeeignete Schmuck. Sogenannte Gesundheitsstecker, die auch im Ohr
alles andere als gesund sind, gehören in keinem Fall in einen Nasenflügel.
Abgesehen davon, daß die klobigen Steinchen vom ästhetischen Gesichtspunkt
aus gesehen an der Nase nicht gerade hübsch aussehen,
|
|
kann man diesen Schmuck auch nicht korrekt
pflegen. Zudem ist er für das Nasengewebe zu dünn, so daß er sich nicht
selten hineinschneiden kann. Der durch den Verschluß eng anliegende
Schmuck läßt zudem einer leichten Schwellung keinen Platz. Hinter dem
Flügelverschluß im Inneren der Nase sammelt sich Schmutz und durch
Feuchtigkeit und Wärme kann es zu Pilzbefall kommen. Beim Putzen der Nase
hat man ebenfalls Probleme und bei schmalen Nasen kann es durch den zu
langen Stift zu Verletzungen und zu permanenten Entzündungen der
gegenüberliegenden Nasenscheidewand kommen.
Ebenfalls abzuraten ist von geraden Stäben, die am hinteren Ende statt
eines Flügels schlicht und ergreifend eine Verdickung haben. Schon mehr
als einmal mußte ich diese in meinem Studio auf äußerst schmerzhafte
Weise...
|
|
...aus den Nasenflügeln herausziehen, da die
Stäbe oft zu kurz sind und die Verdickung in der Innenseite eingewachsen
war, sich das Gewebe um den dünnen Stab geschlossen hatte und dieser somit
fest saß.
Beim Nasenschmuck sollte man beim schlichten gebogenen Stab bleiben wie er
in Indien schon seit Jahrhunderten benutzt wird. Sollte man anfangs mit
dem Wechsel etwas Probleme haben, nur Geduld, es ist wie mit dem
Schuhebinden, hat man die Technik einmal kapiert, funktioniert es
kinderleicht. Noch besser eignet sich als Schmuck, besonders während der
Abheilzeit, ein Ring (Piercingring, keine Creole!), da sich bei dieser Art
von Schmuck kein Schmutz festsetzen kann und das Piercing optimal gepflegt
und gereinigt werden kann.
|
|
Vom Profi mittels Einwegnadel fachgerecht
eingesetzt, ist der Stich zu ertragen und heilt vor allem bedingt durch
die gut durchblutete Nasenschleimhaut meist ohne größere Komplikationen
innerhalb von drei bis vier Wochen ab.
Bei Entfernung des Schmucks wächst ein Nasenflügelpiercing sehr schnell
wieder zu, auch wenn schon jahrelang Schmuck drin war.
|
| |
LINKS:
www.weinwelt.eu
www.fitness-center-gar.de
www.salmeri.de
www.studioinferno.de
|