|










| |
Die Geschichte des Tattoo`s
Die Geschichte zeigt das Tattoo in anderem Licht. Könige und bürgerliches Volk,
polynesische Seefahrer Völker im Südpazifik und natürlich auch Seeleute - sie
alle trugen ihn, den Körperschmuck. Belege und Berichte aus Ägypten, Grönland,
Japan und Neuseeland geben Auskunft darüber, wie alt die Tradition eigentlich
ist. Bei den Maori's und Insel Bewohnern im Pazifik diente die permanente
Körperkunst oft zur Abgrenzung der sozialen Klassen, aber auch als religiöses
Symbol für das Leben nach dem Tod.
Japaner kennen seit dem späten 18. Jh. den "body suit", eine
Ganzkörper-Tätowierung, die als Protestaktion gegen den Erlass des Verbotes von
bestimmten Kimonos, die bei verbotenen Feierlichkeiten getragen wurden, zu
verstehen war. Nun tätowierte man sich schlichtweg die bunten Symbole auf die
Haut.
Aber Japan hat einige Wandlungen in seiner Stellung zum Tattoo durchwandert.
Um 300 n.Chr. findet man Aufzeichnungen, die darüber berichten, dass
Tätowierungen in Japan als Schmuck getragen wurden. Dies änderte sich in den
folgenden Jahrhunderten drastisch. Vermutlich übernommen von den Chinesen, die
Tattoos als barbarisch betrachteten (ausser z.B. von den Drung und Dai
Minderheiten), wurde das Tätowieren ab ungefähr 600 n.Chr. auch in Japan
geächtet und -wie bei den Chinesen schon vorher- als Kennzeichnung für
Kriminelle benutzt.
Auch auf dem nordamerikanischen Kontinent stießen die Entdecker im 17. und 18.
Jh. auf einheimische Stämme, die schon seit langer Zeit das Tätowieren kannten
und es in sozialem oder religiösem Sinne gebrauchten. Zugehörigkeit zu einem
Stamm oder Heldentaten in Schlachten konnten durch Tattoo's ausgedrückt werden.
Oder man wollte furchteinflössend auf Feinde wirken, wie es der Stamm der
Huronen zum Beispiel praktizierte. Bei den Inuiten im kalten Norden war die
Tätowierung bei Frauen ein Ausdruck von Reife. Frauen der Osage und Cree sahen
einen Schutz vor dem Bösen sowie Krankheiten durch Linien und
Punkt-Tätowierungen am Kinn gegeben. Mohave-Frauen hingegen wollten ihre
Schönheit unterstreichen.
Europäer, die nach Nordamerika kamen, betrachteten diese Tätowierung oft als
heidnisch oder sogar teuflisch.
Insgesamt zeigen die Aufzeichnungen der frühen Reisenden und Entdecker in der
Welt, dass die Kunst mindestens bis 10.000 oder 15.000 v.Ch. zurückreicht.
Man erinnere sich auch an den Fund des "Ötzi" im Jahre 1991 in den Alpen.
Professor Konrad Spindler von der Universität Innsbruck (Institut für Ur- und
Frühgeschichte) beschrieb, dass die Haut des "Mannes im Eis", der ca. als 5.000
Jahre alt eingestuft wurde, verschiedene Tätowierungen trug. Einige
Ausgrabungsfunde, die auf mehr als 10.000 Jahre v. Chr. zurückdatiert werden,
sind als frühe Instrumente zum Tätowieren eingestuft worden.
Seeleute und das Tattoo
Bekannt wurde "Tattooing" vielleicht erst mit Captain Cook, als
er bei seinen Pazific-Reisen Mitte des 18. Jh. nicht nur Hawaii und die
Polynesier kennenlernte; seine Leute und andere Seemänner fanden Gefallen an
dieser fremden Kunst und rasch entwickelten sich eigene Motive abseits von
Tribal und Glauben. Zunächst liessen sich die Seefahrer von den Einheimischen
tätowieren und schauten sich die Technik ab. Was folgte, war der Versuch, selbst
zu tätowieren, was an Bord gegenseitig geübt wurde. Die herumreisenden Seeleute
brachten Tätowieren in den Rest der Welt, wo es noch nicht so bekannt war, vor
allem Europa. Zunächst waren die Hafenstädte zwangsläufig die Orte, wo sich an
Land die ersten Tätowierer, oft ehemalige Seeleute, ansiedelten. Dieser neue
Berufsstand sorgte dafür, dass sich mehr Kunst und Fingerfertigkeit entwickeln
konnte. Ausserdem sammelten die Seeleute nun von Hafen zu Hafen neue Tattoos -
später ein Spiegel ihres Lebens und oft ihrer "Geliebten". Im 19. Jh. waren
Tattoos eine eindeutige Domäne der Männer, die zur See fuhren und dies wurde von
der Gesellschaft allgemein sehr eng damit verbunden (also auch eine soziale
Bewertung).
Mehr als 95% aller Seeleute waren Ende des 19. Jh. tätowiert. In dieser Zeit
entstand also das Klischee, was sich bis heute so hartnäckig hält.
In Europa kam Mitte bis Ende des 19. Jh. eine ordentliche Anti-Stimmung gegen
den Körperschmuck auf und man drängte das Image des Tätowierens in den Bereich
des Verrückten und Kriminellen - kurzum: die Ächtung war eingeleitet, viele
zehren in der heutigen Zeit noch von diesen Vorstellungen.
Trotzdem konnte dies nichts daran ändern, dass 1891 die elektrische
Tätowiermaschine in New York erfunden wurde und Studios nur so aus dem Boden
schossen. New York und andere Hafenstädte waren die Hochburgen.
In den Vereinigten Staaten kam die Tätowierung während des Bürgerkrieges wieder
stark ins Kommen - patriotische Symbole dominierten. Später, während der
Weltkriege, waren gleiche Neigungen bei den Soldaten zu erkennen - ein Stück
Heimat, Glauben und Hoffnung auf der Haut tragen...
Neuzeit
Die Beweggründe sind verschieden, oft ist es ein Spiegel von
Lebensstationen, Gruppenzugehörigkeit, Lebenseinstellung.
Und all dies soll der Umwelt mitgeteilt werden - man ist sich bewusst, dass man
möglicher Ablehnung begegnet, denn die Gesellschaft hat die geschichtlichen
Hintergründe vergessen und Klischee-Urteile an die Stelle gesetzt.
In den vergangenen Jahren hat sich die "Art of Tattoo" wieder stark verbreitet -
im Fernsehen, in Werbungen und Kinofilmen werden sie gezeigt. Nicht nur die
"Motorradszene" hat Tattoos, bis zur Wall Street findet man sie.
Die Motive
Moderne Tätowiermaschinen und die Fähigkeit des Tätowierers
erlauben heute im Prinzip alle denkbaren Motive; die Farben wurden im Laufe der
Jahre immer besser und vielfältiger. Was in den Anfängen immer nur in schwarz
oder blau war, ist längst durch bunte Vielfalt ersetzt. Interessant ist die
Auswahl des Motives, dessen also, was man dann ab dato jeden Tag tragen wird.
Ganz oben wird bei der Auswahl des Motives wird immer die Lebenseinstellung
stehen - die Identifikation mit dem Tattoo.
Männer-Domäne?
In der Geschichte nicht. Wie schon erwähnt, war es keine
Seltenheit, wenn Frauen in Nordamerika, der Südsee, Neuseeland und Hawaii etc.
tätowiert waren.
Maori Frauen liessen sich die Lippen schwarz färben, Samoa-Frauen kennen das
Malu, einen Ritus, der das Erwachsenwerden einer Frau durch Tätowierung am
Oberschenkel kennzeichnet.
Die viktorianische Zeit liess es sicherlich nicht nur bei Frauen verpöhnt sein,
tätowiert zu sein - das war eine allgemeine Stimmung.
Dann aber in den 60er und 70er Jahren kam das Tätowieren wieder in Mode und die
90er brachten einen Boom.
Frauen sind momentan die am schnellsten wachsende Gruppe der Tattoo Träger und
jeder zweite Kunde im Tattoo-Studio ist eine Frau
| |
LINKS:
www.weinwelt.eu
www.fitness-center-gar.de
www.salmeri.de
www.studioinferno.de
|